LAG Rheinland-Pfalz: Beleidigung als Kündigungsgrund

Ein Meister legte seinem Mitarbeiter ein Schreiben mit zahlreichen grob beleidigenden Äußerungen auf den Pausenplatz. Jeder Kollege, der diesen Raum betrat, konnte vom Inhalt des Schriftstückes Kenntnis nehmen. Nach zwei Jahren erlangte der Arbeitgeber von diesem Vorfall Kenntnis und sprach gegenüber dem Meister eine Kündigung aus. Dieser erhob Kündigungsschutzklage und berief sich darauf, dass er mittlerweile seit Jahren mit dem Kollegen, den er damals beleidigt hatte, harmonisch zusammenarbeite.

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz gab der Klage des Meisters statt, weil die Kündigung rechtswidrig gewesen sei. Zwar könne eine Kündigung grundsätzlich auf die Beleidigung von Mitarbeitern gestützt werden. Allerdings müsse die Beleidigung zu einer anhaltenden Störung des Betriebsfriedens geführt haben. Davon sei jedoch nach den Feststellungen des Gerichtes nicht auszugehen, zumal der Mitarbeiter sich über Jahre hinweg nicht an den Arbeitgeber gewandt habe. (LAG Rheinland-Pfalz vom 01.07.2005, Az. 8 Sa 233/05)